19/12/2006
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Girod, Paul

geboren 17.4.1878 Freiburg, gestorben 6.12.1951 Cannes, kath., von Romont (FR), ab 1910 Franzose. Sohn des Ernest, Rechtsanwalts, und der Antonie geb. von Bœckh. Bruder des Charles ( -> 2). ∞ Clara Bachmann. Kollegium St. Michael in Freiburg, Chemiestud. am Technikum Winterthur. G. begann seine berufl. Laufbahn 1898 in der Fayencefabrik von Albertville (Savoyen) mit der Erfindung eines elektrometallurg. Verfahrens zur Herstellung von Vanadium, das die mechan. Eigenschaften von Stahl verbessert. 1903 gründete er die Société anonyme électrométallurgique procédés Paul Girod in Courtepin, deren Umzug nach Ugine (Savoyen) 1904 von Alfred Borel finanziert wurde. Die dort errichtete Eisenlegierungsfabrik bildete den Grundstein für die Werksiedlung, die der Architekt Maurice Braillard für G. entwarf. 1909 rief er die Compagnie des forges et aciéries électriques Paul Girod ins Leben. 1922 verliess er Ugine, gründete 1923 im Aostatal die Aciéries Cogne-Girod und beteiligte sich 1928-32 am Bau der lothring. Stahlwerke. 1938 meldete G. ein Patent für ein Entphosphorungsverfahren an und zog sich aus dem Geschäftsleben zurück. Als Bürgermeister von La Forclaz in Hochsavoyen (1929-40) förderte G. verschiedene soziale Einrichtungen (Arbeitersiedlungen, Familienzulagen, Spitäler). 1920 Ritter, 1927 Offizier der Ehrenlegion.


Archive
– Archives départementales de la Savoie, Chambéry, Nachlass
Literatur
L'industriel, l'architecte et le phalanstère, hg. von O. Söderström, 1997

Autorin/Autor: Marianne Rolle / EM