08/12/2005

Fläsch

Polit. Gem. GR, Kreis Maienfeld, Bez. Landquart. Nördlichste Gem. Graubündens, am Fuss des Fläscherberges und der St. Luzisteig gelegen. 831 Villa Flasce. 1850 441 Einw.; 1900 383; 1950 393; 1970 317; 2000 535. Bronzezeitl. Siedlung auf Matluschkopf, eine früheisenzeitl. bei Parsax, vier röm. Kalköfen (1. Jh. n.Chr.) und röm. Münzen. Im FrühMA gehörte F. zur fränk. Grafschaft Unterrätien, im HochMA bildete es die Herrschaft Maienfeld/F. 1436 wurde es Vollglied des Zehngerichtenbundes, 1509 ging es durch Kauf an die Drei Bünde. Bis 1803 war F. deren Landvogtei, dann wurde es eine selbstständige polit. Gem. Seit dem 14. Jh. war es alemannisiert. 1480 ist eine dem hl. Niklaus geweihte Kapelle erwähnt, die damals unter dem Patronat des Klosters Pfäfers stand. 1524 trat F. als erste Bündner Gem. zum ref. Glauben über, 1569 erfolgte die Trennung von der St. Amanduskirche in Maienfeld. 1617-1817 wurden die Grenzen mit Maienfeld bereinigt. Vom 16. bis Ende des 18. Jh. war F. ein bekannter Badeort. Wichtigster Erwerbszweig ist seit dem 9. Jh. der Weinbau. Die Güterregulierung wurde 1979 beendet, die Betriebe durch Spezialisierung auf Weinbau, Viehzucht oder Ackerbau saniert. Bedeutende Forstwirtschaft.


Literatur
Kdm GR 2, 1937, 3-5
– G.P. Bener, F., in: Rätia 3, 1939/40, 117-125, 184-189
Gem. GR
– A. Gredig, J. Rageth, «Ein spätbronzezeitl. Brandgrab von F.», in ArS 23, 2000, 154-160
– K. Fuchs, «... dass dieses Wasser unvergleichlich gut ist für allerhand Leibesschäden ...», in BM, 2001, 276-296

Autorin/Autor: Adolf Collenberg